Sylt 2006
Der Norden lockt mit Sonne,
Sand und hohen Wellen
Mit unseren drei Lieblingen ging es in diesen Sommer hoch in die Norden auf unsere Lieblingsinsel Sylt, doch war diesmal wirklich tolles Wetter zu erwarten? Als Vorbereitung für unseren Urlaub wurde der Wetterbericht in regelmäßigen Abständen befragt und zunächst hielt sich unsere Begeisterung doch arg in Grenzen. So wurde genau zu unserem Urlaubsstart Regen angekündigt und zwar nicht in nieselnder Form, sondern als Dauerdarbietung. Regenwahrscheinlichkeit 100% und keine Ende in Sicht... "Na wenn das man unsere Regenjacken mitmachen!" Haben wir nur so gedacht.
Doch meistens kommt es anders und vor allem als man denkt, denn mit jedem weiteren Tag schmälerte sich das Regenrisiko und verschob sich immer weiter nach hinten. Bei unserer Abfahrt hatten wir bereits eine halbe Woche Sonnenschein mit geringer Bewölkung zu erwarten während ganz Deutschland in eine dichte Wolkenfront gehüllt war. "Je nördlicher desto schöner" klang es im Radio und wir waren guter Dinge dass auch dieser Urlaub vielleicht doch nicht ins Wasser fallen würde.
Donnerstag wurden alle Sachen bereits ins Auto geladen, damit es am Freitagmorgen relativ früh losgehen konnte. Wir fuhren über die A7 bis nach Hamburg, dann über die A23 bis nach Heide und die Bundesstraße über Husum führte uns direkt zum Autozug Niebüll, der uns dann letztendlich sicher nach Westerland brachte. Fahrtzeit insgesamt waren gute 6 Stunden, schon sehr erstaunlich wenn man bedenkt dass wir bis Niebüll gerade mal knapp 4 Stunden gebraucht hatten. Aber wie es mit diesen Zügen so ist, fuhr uns einer genau vor der Nase weg, der nächste ließ dann eine knappe Stunde auf sich warten, hatte dann noch eine halbe Stunde Verspätung und wir saßen bei strahlendem Sonnenschein im Auto...
Als das dann endlich geschafft war, konnten wir uns auf die Suche nach unserer Unterkunft machen. Diese war recht einfach zu finden und die Hausherrin auch recht einfach zu schocken. Waren doch Haustiere erlaubt und zwei unserer Hunde bereits angemeldet (zum Buchungszeitpunkt hatten wir ja auch nur zwei), so war unsere Vermieterin offensichtlich kein Hundefreund. 3 waren einfach 3 zu viel und wahrscheinlich hätten wir bei zwei Hunden das gleiche Theater zu hören bekommen "Uhhh, das Fell!" klang es nur aus ihrem Mund und "Ich zeig ihnen gleich wo der Staubsauger steht". Ihre Rache folgte auf dem Fuße, so war die Wohnung zwar mit 30 Quadratmetern ausgewiesen, wir konnten aber nur mit großzügigen Augen 15 Quadratmeter entdecken. Ob sie vielleicht die Butze mitgezählt hat wo der Staubsauger drin verstaut war? Oder sogar das Treppenhaus großzügigerweise mitgerechnet wurde? Der Balkon war auch nirgends zu finden und so mussten wir mit dem zurecht kommen was sie uns da an Wohnung "anvertraut" hat. Die Einrichtung war im Stil der 70er, mausgraues Minisofa auf mausgrauem Teppichboden mit gekürztem Ikea-Tisch an dem man weder Fernsehen noch vernünftig Frühstücken konnte ohne sich ständig irgendwo zu stoßen... Die Kochzeile war klein aber oho, schnelle Bewegungen rächten sich sofort mit Beulen an den lustigsten Stellen, die Türen gingen abenteuerlicherweise konsequent in die falschen Richtungen auf und die Fenster waren so tief eingesetzt dass die Nachbarn beim Kochen immer unseren Allerwertesten zu sehen bekamen.
Kurzum, die Wohnung entsprach nicht ganz unseren Traumvorstellungen, einzig und allein das Bett war super und das ist bekanntlich das Wichtigste. Dumm nur dass unsere Hundis das auch sehr schnell erkannt haben, aber wir wussten ja wo der Staubsauger steht ;-)
Es ist auch nicht verwunderlich dass wir tagsüber die meiste Zeit am Strand verbracht haben, umso toller dass auch der Wettergott uns dieses ermöglich hat und uns schönen Wind und viel Sonne schenkte. Entweder waren wir direkt am Hundestrand vor unserem Haus (nördliches Westerland), oder aber wir sind ein paar Meter durch Wennigstedt gefahren um dann am Hundestrand des Campingplatzes zu verweilen. Bereits für diese wenigen Meter kam unser Fahrradanhänger zum Einsatz, denn die Fahrradwege waren schmal und der Verkehr enorm. Erschwerend kam hinzu dass sich die Radler nicht auf ein Tempo einigen konnten, die älteren Semester fuhren ihre Bögen und schauten sich genussvoll die Gegend an, andere hingegen versuchten Jan Ullrich nachzueifern und erzeugten Turbulenzen bei denen wohl jedes Flugzeug neidisch geworden wäre. Und wenn dann auch noch Fußgänger diese Wege als Catwalk missbrauchten, so wurde es in regelmäßigen Abständen erschreckend eng.
Unsere Wuffs machten ihre Sache aber wirklich super, blieben brav im Anhänger sitzen obwohl sie natürlich viel lieber selbst gelaufen wären, aber das konnten sie am Strand alles nachholen. Hier waren sie in ihrem Element, konnten rennen wie die bekloppten und sich ab und an mal von den Wellen erwischen lassen. Die Nordsee war sehr unruhig, die Wellen waren hoch und die Brandung war genial! Schwimmen war kaum möglich, umso schöner war es dafür in die Wellen zu springen, sich umreißen zu lassen oder einfach nur am Ufer zu sitzen und sich das Treiben anzuschauen. Die Wassertemperatur lag um die 23 Grad, Außentemperatur war etwas drüber aber mit dem Wind wurde es doch sehr schnell kühl, so dass man sich nach einem Bad besser abgetrocknet hat.
Zwei etwas schlechtere Tage hatten wir auch mal erwischt, wo wir weniger Sonne hatten und auch von Hagelschauern gesegnet wurden. Man gut dass ich an diesen Tagen meine Kamera nicht dabei hatte. Da sind wir dann eher in der Nähe der Wohnung geblieben um uns dann im Notfall schnell in Sicherheit bringen zu können.
Was ich übrigens ganz toll fand waren die Hundebeutel die es auf Sylt überall gibt, die am Morgen immer nachgefüllt wurden und die eigentlich fast jeder der einen Hund hatte bei sich trug um die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners mitzunehmen und in den nächsten Papierkorb zu befördern. Trotzdem war es ein bisschen traurig dass man immer gleich zwei Hundehaufen mehr mit weg machen konnte wenn man sich auf die Suche machte... offenbar gab es noch einige Hundehalter die sich nicht an den Kotbeuteln bedienen wollten.
Aber trotzdem, die Hundestrände waren picobello sauber, kein Häufchen in das man rein getreten ist oder was man gesehen hat und das obwohl dort wirklich irre viele Hunde rumgetobt sind. Aber es ist sicher nur noch eine Frage der Zeit wann dort auch die Hunde Kurtaxe zahlen müssen.
Eigentlich ist auf der gesamten Insel Leinenzwang. Es ist aber trotzdem üblich, die Hunde am Strand ohne Leine laufen zu lassen.
Insgesamt war es ein rundum gelungener Urlaub, wenn wir mal von der Ferienwohnung absehen ;-) Im nächsten Jahr fahren wir daher mal mit dem Wohnwagen hin. |
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