Föhr 2005
Friesenalarm aus Föhr
Anlässlich der Klassenfahrt, die Siggi mit ihrer Klasse zum Schullandheim Wyk geplant hatte, überlegten Eva und ich, ob wir nicht auch in dieser Zeit ein paar Tage auf Föhr verbringen könnten. So hatte ich doch In diesem Sommer noch keinen Urlaub gemacht und Siggi wollte doch jemanden haben, der abends am Strand ein bissel Gitarre für die Kids spielen würde. Gesagt, getan und so fanden wir noch eine nette Ferienwohnung zwischen Wyk und Nieblum mit Meerblick und dementsprechend auch Strandnähe. Wichtig war vor allem, dass wir die Möglichkeit haben, mit unseren zwei Fellnasen an den Strand zu gehen - umso besser, dass der Hundestrand gleich um die Ecke zu finden war.
Föhr ist eine ganz andere Insel als Sylt oder Texel und uns war anfangs nicht so wirklich bewusst, dass man die kostspielige Fährüberfahrt im Voraus reservieren musste. Man hatte es zwar hier und da mal gelesen, aber wenn man die anderen beiden Inseln kennt, glaubt man einfach nicht, dass man hier doch ein wenig aufpassen muss.
Eine Woche vor Fahrtbeginn hatten wir uns die Homepage der Reederei angesehen und mussten feststellen, dass wir am Samstag den 3.09.2005 entweder um 8:45h oder aber abends um 19 Uhr ab Dagebüll fahren konnten. Alle anderen Überfahrten waren bereits ausgebucht. Wir entschieden uns für den frühen Morgen und begannen unsere Reise um 5 Uhr in der Früh.
Pünktlich um 8:25h waren wir dann auch in Dagebüll angekommen und konnten uns gleich einreihen, um kurze Zeit später auf die eher übersichtliche Fähre Richtung Wyk zu fahren. Die Fahrt dauerte ca. 45 Minuten und die Sonne lachte uns entgegen. Da es aber noch sehr früh am Morgen war, fühlte sich der Wind doch ein wenig herbstlich an. Mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass ich sehr unausgeschlafen war und man dann ja bekanntlich noch viel eher anfängt zu frieren.
Gegen halb 11 hatten wir dann unsere Ferienwohnung bezogen, ich sprang noch kurz unter die Dusche und nach einem kurzen Blick aus dem Fenster, das Meer vergeblich suchend, fiel ich kurze Zeit später in eine Art von Winterschlaf. Als ich wieder aufwachte, war das Meer auf einmal doch da, es war halb drei, wir frühstückten und starteten unseren ersten Gang in Richtung Strand.
"Breeeeenend heißer Wüstensand... so schön... schön war die Zeit..." Es war schon irgendwie sehr warm, denn die Sonne brannte, es war windstill und unsere Hunde hielten vergeblich Ausschau nach den Möven. Da wir von der Hinfahrt alle noch etwas angeschlagen waren, machten wir uns nach kurzem Lagecheck etwa zwei Stunden später erneut auf den Weg zum Strand - es begann gerade zu ebben und so wurde nach und nach immer mehr Sand freigelegt, auf dem unsere beiden Hundis nun immer mehr Möven entdeckten und wie wild hin und her flitzten.
Einige Kilogramm Sand und Salzwasser schwerer sowie viele Liter frischer Seeluft reicher, gingen wir am frühen Abend zu unserem Domizil zurück und versuchten uns an der Zubereitung des ersten Abendbrots. Unsere Hunde hatten großen Appetit und ähnlich ging es uns auch. Nachdem alle versorgt waren, ließen wir uns halbtot aufs Sofa fallen und versuchten den ersten Tag zu verarbeiten.
Am nächsten Tag hatten wir uns dann schon besser mit der vielen frischen Luft arrangiert und auch die Hunde schienen komplett fit zu sein, so waren sie doch noch schneller und noch ausdauernder am Laufen, als noch am Tag zuvor. Ja, sie waren wirklich kaum zu bremsen, hatten wir sie an der Leine (was auf dem Gelände unserer Ferienwohnung so vorgeschrieben war), so schienen sie recht unglücklich zu sein - insbesondere auch dann, wenn auf dem Rasen vor der Wohnung mal wieder ein großer weißer Mövenvogel eine kurze Pause eingelegt hatte.
Unsere Ferienwohnung lag direkt in so einer Siedlung aus mehreren mehrstöckigen Häusern direkt am Strand. Die vorderen Häuser waren ein- bis dreistöckig, etwas weiter vom Strand entfernt, gab es auch ein Haus mit 8 Stockwerken. Zwischen den Häusern waren parkartige Grünflächen angelegt, die allerdings nicht betreten werden durften. Weder von Menschen, noch von Hunden. Es gab eiserne Vorschriften wie die Fassade der Häuser auszusehen hatte, keine Blumenkästen auf den Balkonen und auf den Terrassen bitteschön auch keine Blumenkübel. Ein einheitliches Bild sollte die gesamte Anlage nach Außen hin abgeben.
Unsere Ferienwohnung ging über zwei Stockwerke, im unteren Stock gab es zwei Schlafzimmer, eins davon sogar mit Terrasse und ein Badezimmer, im oberen Stockwerk war die Wohnküche mit Balkon gelegen. Die untere Terrasse haben wir nicht ein einziges Mal benutzt, da diese direkt an eine Grünfläche grenzte, die unsere Hunde (und wir auch) nicht betreten durften. Wie sollten wir also den Hunden erklären, dass sie nur auf den Steinen, nicht aber auf dem Rasen laufen dürfen? Eine alberne Vorschrift, aber nun gut - wir haben die Terrasse einfach nicht genutzt. |
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